Warum Holz?

Als ich im Jahr 1999 ein Boot für mich suchte, habe ich anfangs nur nach GfK-Booten gesucht. Irgendwie blieben aber meine Augen auch an Anzeigen von Holzbooten haften. Daraufhin sprach ich mit einigen Segelkameraden aus dem Verein über Holzboote, sowohl mit Holzbooteignern als auch mit ehemaligen Holzbooteignern, die heute mit GfK-Schiffen segeln. Die meisten wollten mir diese Idee ausreden und rieten mir zu einem Plasteboot. Insbesondere der Arbeits- und Pflegeaufwand sei das unangenehme an Holzbooten, obwohl sie eben gut aussehen. Da ich aber ein ausgesprochener Dickkopf bin, wollte ich diese Argumente für mich nicht übernehmen.
Im Gegenteil, inzwischen habe ich folgende Argumente für Holzboote:

1. Das Aussehen
Holzboote sehen meiner Meinung nach immer noch am besten, am "schiffigsten" aus. Plasteboote (Rumpf weiß, Deck weiß) sehen für mich zu nüchtern und sachlich aus.

2. Das Wohnklima
Ein Holzboot riecht angenehm nach Holz und es bildet sich kaum Schwitzwasser. Insbesondere empfinde ich das Übernachten an Bord eines Holzbootes wesentlich angenehmer.

3. Der “immense” Pflegeaufwand
Dieser Punkt ist für viele sicher das Argument gegen Holzboote, für mich ist es ein Argument für Holzboote. Ich möchte es mal so begründen: Ich habe beruflich recht viel mit moderner Technik zu tun (Internetdienstleistungen, Server, etc.) und auch im privaten Leben greift moderne digitale Technik immer mehr in unser Leben ein. Insofern ist die handwerkliche Arbeit und der Umgang mit einem betagten Boot für mich ein hervorragender Ausgleich zum Berufsleben.

4. Der Werkstoff Holz
Außer den bekannten Vorzügen von Holz als Werkstoff (leicht zu bearbeiten, handelsübliche Werkzeuge reichen zur Berarbeitung), gibt es für mich ein weiteres Argument für Holz im Vergleich zu GfK: Holz zeigt durch eine sichtbare Farbveränderung  an, wo es gerade zersetzt wird. Da ein Großteil des Bootes mit Klarlack lackiert ist, erkennt man solche Schwachstellen recht gut. Bei GfK wird Osmose erst in einem recht späten Stadium durch die Blasen so deutlich erkennbar.

R 385 in der Sietower Bucht (Müritz)

Eine andere, aber auch sehr schöne Erklärung findet sich bei einem Folkebootsegler unter dem Punkt “Rückblick”.